Aleppoberlin’s Weblog

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Fastfood auf Arabisch

März 18, 2008 · 1 Kommentar

Natürlich gibt es in Syrien Burger und Pommes Frites – wenn auch nicht bei den bekannten Marken. Syrien gehört zu den Ländern, in denen diese Ketten nicht vertreten sind. Ob an dem Zitat aus „The Recruit“ etwas dran ist: „Did you know that no country with a McDonald’s has ever attacked the US? „. Die Recherche nach einem McDonald im geplanten Urlaubsland als Gradmesser für Sicherheit? Aber das ist ein anderes Thema.

Das Fastfood-Essen schlechthin ist jedoch im Orient neben orientalischer Pizza Falafel. Dem Hungrigen wird neben einem leckeren Falafel-Brot auch noch etwas für das Auge geboten. In der Regel kann man bei der Zubrereitung der Falafel-Bällchen zusehen, und sich die Zeit in der – häufig seeehr langen – Schlange vertreiben. Als Frau wird einem das Anstehen jedoch häufig erspart, weil die Männer einen vorlassen. Auch so ein interessantes Phänomen, nämlich die zwei Schlangen, getrennt nach Geschlechtern, auf daß sich Mann und Frau nicht zu nahe kommen. Aber das ist auch ein eigenes Thema. Nun, zurück zur Zubereitung der Falafel. Es gibt wahre Künstler auf diesem Gebiet, die die Bällchen drei Meter entfernt vom Fritiertopf formen und aus dem Handgelenk heraus, die Bällchen in das heiße Fett plazieren. Wer im Orient Falafel genossen hat, dem sind die hiesigen Falafel verleidet. Was bringt die Imbisse hier dazu, Krautsalat und Zwiebeln in das Brot zu stopfen? Ein Blick in ein Falafel-Sandwich, das einem Hierzulande geboten wird, bringt drei Mini-Falafel zutage, die dem Original geschmacklich so fern sind wie Tomaten aus den Niederlanden und Tomaten, die tatsächlich echter Sonne ausgesetzt worden sind. Überhäuft werden diese kläglichen Kichererbsenbällchen mit grünem Salat, Krautsalat, Zwiebeln und Pepperoni. Das ganze wird umfangen von einem viel zu dicken Brot, so daß beim Essen, die Hälfte auf den Boden fällt. Warum? Ein gutes Falafel-Brot aus Syrien besteht aus hauchdünnem Brot, viel Falafel, einer Sesamsauce, Pfefferminze und Tomaten, das ganze eng gerollt, so daß sich die Zutaten vermischen können und man bei jedem Bissen von allen Zutaten abbekommt.

Hier ein Video von youtube, wie es bei einem solchen Falafel-Händler zugeht:

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Video Aleppo Syrien

März 18, 2008 · Kommentar schreiben

Ich habe im Augenblick kein eigenes Video, aber habe das folgende bei youtube gefunden. Es gibt einen Einblick, wie es in Aleppo aussieht.

Kategorien: Aleppo · Orient · Syrien · Urlaub · Video
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Sommer in Syrien

März 18, 2008 · 1 Kommentar

Letzten Sommer war ich in Syrien. Ich habe mir eine Auszeit genommen und die Chance genutzt, mein Geburtsland etwas besser kennenzulernen. Drei Monate war ich in Syrien, vor allem in Aleppo, meiner Geburtsstadt, und einen Monat in Damaskus, wo ich an der Universität einen Sprachkurs absolviert habe. Zwar spreche ich fließend Syrisch, allerdings hapert es mit dem Hocharabisch. Und Hocharabisch ist äußerst wichtig, wenn man Lesen und Schreiben möchte.

Natürlich habe ich auch die Zeit genutzt, in der Region zu reisen, so war ich in Jordanien. Vor allem Petra war beeindruckend. In den Libanon habe ich mich wegen der politischen Lage nicht getraut. Was schade war, da Beirut von Damaskus aus ziemlich leicht zu erreichen ist.

Syrien ist ein äußerst widersprüchliches Land. Es ist landschaftlich sehr vielseitig: von Wüste über fruchtbaren grünen Tälern bis Mittelmeerstränden ist alles vorhanden. Die Leute sind sehr nett und hilfsbereit, sehr offen, noch nicht „satt“ von den Touristen, denn es werden zwar von Jahr zu Jahr mehr, aber Syrien ist beileibe noch nicht so entdeckt wie Marokko oder Ägypten. Das Essen ist phantastisch. Die politische Lage ist sicherlich schwierig, aber immerhin stabil und das Reisen im Land ist sicher. In nur dreieinhalb Stunden Flugzeit von Frankfurt ist man in einer anderen Welt.

In diesem Blog berichte ich über meine Erfahrungen, die ich in den Sommermonaten, aber auch sonst während meiner Urlaube gemacht habe. Da fast meine gesamte Familie in Syrien lebt, ich aber in Deutschland aufgewachsen und hier hängengeblieben bin, fahre ich mindestens einmal pro Jahr nach Syrien. Es prallen natürlich zwei Welten aufeinander: das liberale Mitteleuropa und der Orient, der geprägt ist von religiösen Ritualen, gesellschaftlichen Zwängen, aber eben auch von Herzlichkeit, Wärme, Familie und habe ich schon erwähnt, daß das Essen wunderbar schmeckt?

Wer ist auch so ein Pendler zwischen zwei Welten? Oder wer hat Fragen oder Anmerkungen? Ich freue mich über Eure Reaktionen.

Layla

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