Letzten Sommer war ich in Syrien. Ich habe mir eine Auszeit genommen und die Chance genutzt, mein Geburtsland etwas besser kennenzulernen. Drei Monate war ich in Syrien, vor allem in Aleppo, meiner Geburtsstadt, und einen Monat in Damaskus, wo ich an der Universität einen Sprachkurs absolviert habe. Zwar spreche ich fließend Syrisch, allerdings hapert es mit dem Hocharabisch. Und Hocharabisch ist äußerst wichtig, wenn man Lesen und Schreiben möchte.
Natürlich habe ich auch die Zeit genutzt, in der Region zu reisen, so war ich in Jordanien. Vor allem Petra war beeindruckend. In den Libanon habe ich mich wegen der politischen Lage nicht getraut. Was schade war, da Beirut von Damaskus aus ziemlich leicht zu erreichen ist.
Syrien ist ein äußerst widersprüchliches Land. Es ist landschaftlich sehr vielseitig: von Wüste über fruchtbaren grünen Tälern bis Mittelmeerstränden ist alles vorhanden. Die Leute sind sehr nett und hilfsbereit, sehr offen, noch nicht „satt“ von den Touristen, denn es werden zwar von Jahr zu Jahr mehr, aber Syrien ist beileibe noch nicht so entdeckt wie Marokko oder Ägypten. Das Essen ist phantastisch. Die politische Lage ist sicherlich schwierig, aber immerhin stabil und das Reisen im Land ist sicher. In nur dreieinhalb Stunden Flugzeit von Frankfurt ist man in einer anderen Welt.
In diesem Blog berichte ich über meine Erfahrungen, die ich in den Sommermonaten, aber auch sonst während meiner Urlaube gemacht habe. Da fast meine gesamte Familie in Syrien lebt, ich aber in Deutschland aufgewachsen und hier hängengeblieben bin, fahre ich mindestens einmal pro Jahr nach Syrien. Es prallen natürlich zwei Welten aufeinander: das liberale Mitteleuropa und der Orient, der geprägt ist von religiösen Ritualen, gesellschaftlichen Zwängen, aber eben auch von Herzlichkeit, Wärme, Familie und habe ich schon erwähnt, daß das Essen wunderbar schmeckt?
Wer ist auch so ein Pendler zwischen zwei Welten? Oder wer hat Fragen oder Anmerkungen? Ich freue mich über Eure Reaktionen.
Layla
1 Antwort bis hierher ↓
Samir // Oktober 5, 2008 um 1:59
Liebe Leyla,
war sehr angetan von Deiner diffenrenzierte, aber doch positive Berichterstattung über Syrien. Denn Syrien ist mein Heimatland und ich vermisse das Land zu sehr, denn ich bin nicht so oft dort. Ich teile mit Dir vieles , worüber Du berichtet hast und würde mich freuen mich mit Dir auszutauschen.
Habe das Land 1965 verlassen um hier zu studieren und bin hier hängengeblieben.
Seit geraumer Zeit werde ich vom Wunsch “ zurück zu meinen Wurzeln “ stark getrieben, denn nach so vielen Jahren der kompletten Intergration hier in Deutschland ist mein Geburtsland doch meine Heimat.
Ich habe allerdings in Syrien nur 13 Jahren gelebt und sprach natürlich perfekt arabisch. Jetzt ist es mit dem Arabischen so eine Sache und ich verlerne das Hocharabisch nach und nach.
Daher würde ich mich freuen mich mit Dir in Kontakt zu treten.
Liebe Grüsse und vielen Dank für Deinen positiven Bericht über Syrien.
Samir